Die Wollschweinzucht

Die Wollschweinzucht spielte in Deutschland bisher, entgegen der in Österreich und der Schweiz, eine untergeordnete Rolle. Überwiegend wurden sie in Tierparks und Wildgehegen gehalten. Lediglich einzelne Züchter hielten Tiere für den Eigenbedarf oder einfach nur aus Spaß an diesen wunderbaren Geschöpfen. Die Anzahl der gehaltenen und gemästeten Tiere hält sich in einem eng begrenzten Rahmen. Dabei handelt es sich vielfach auch um Kreuzungen zwischen Wollschweinen und Edelschweinen um den hohen Speckanteil zu mindern.

Die Mangalitzas im Ursprungsland Ungarn gelten dort als Kulturgut und erfreuen sich schon seit Mitte der 1990er Jahre wieder wachsender Beliebtheit, nachdem der Gesamtbestand von einst 7 Millionen auf unter 200 Exemplare geschrumpft war.

Seit 2010 wurde auch bei uns im Rahmen eines Infrastrukturprogramms des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz an einem Zuchtbuch gearbeitet. Dieses steht jetzt nach fast 5 Jahren zur Verfügung und wird weiter ausgebaut. Ziel ist es, die drei Wollschweinrassen Blond, Rot und Schwalbenbauch reinerbig weiter zu züchten und damit die genetische Vielfalt zu erhalten.


Die teilnehmenden Züchter an diesem Mangalitza-Kontor sind allesamt engagierte und aktive Züchter und mit ihren Tieren im Zuchtbuch erfaßt.


Die Qualität des Wollschweinfleisches und seiner weiterverarbeiteten Produkte hängt ganz wesentlich von äußeren Faktoren ab. Als ursprüngliche Rasse eignet es sich nicht für die intensive Stallhaltung. Auslauf und das Ausleben des urtypischen Schweineverhaltens wie Wühlen und Suhlen ist ebenso wichtig wie die abwechslungsreiche Fütterung ohne die heutigen industriellen Hochleistungsfuttermittel. Dies erklärt dann auch die tägliche Zunahme von ca. 250 Gramm im Gegensatz zu unseren Hybridschweinen mit bis zu 950 Gramm. Dies bedeutet eine bis zu 4 mal so lange Mastdauer die eine außergewöhnliche Fleisch- und Speckqualität entstehen läßt.


(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken